Wechselservice bei Girokonten Anleitung

Seit dem Zahlungskontengesetz sind die Banken bei einem Girokontowechsel verpflichtet dem Kunden bei der Übernahme von Lastschriften, Daueraufträgen etc. zu helfen bzw. diese zu übernehmen. Seit dieser Änderung haben sich die Lösungen von Fintechs sehr stark bei den Girokonto Anbietern verbreitet und es gibt die Möglichkeit einen Wechselservice durch einen Fintech bei dem jeweiligen Girokonto Anbieter zu nutzen oder die Wechselhilfe nach dem Zahlungskontengesetz in Anspruch zu nehmen. Ich möchte die Unterschiede beider Varianten einmal kurz erläutern und die Vor- und Nachteile nennen.

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Wechselservice über Fintechs (Finreach, Fino …)

Bei einem Wechselservice über ein Fintech wählen Sie selber aus, welche Lastschrift z. B. übernommen werden soll und welche nicht, falls Sie eine Kündigung inkl. Bankänderungsmitteilung verschicken möchten, wenn Sie den Vertrag nicht mehr brauchen (Versicherungen …). Je nach Fintech ist der Ablauf eines Wechselservices unterschiedlich, ich möchte jedoch eine Musteranleitung aufzeigen, die fast immer auftritt.

1.Klicken Sie bei Ihrer Bank die ein Wechselservice über ein Fintech unterstützt (kostenlose Girokonten im Vergleich inkl. Wechselservice) auf den Wechselservice Menüpunkt oder Button und gelangen zu der Wechselseite.

2.Sie werden nach der Kontonummer und der Bankleitzahl oder IBAN Ihrer Bank gefragt, damit der Wechselservice Ihre zu übernehmenden Daten wie Lastschriften, Daueraufträge und Überweisungen ermitteln kann. Diese Daten werden nun ermittelt und Ihnen angezeigt. Dabei ist es möglich, dass alle Daten der letzten 13 Monate abgefragt werden und dies ist auch sehr sinnvoll da manche Versicherungen wie die Privathaftpflicht z. B. oft nur 1 mal im Jahr gezahlt wird.

3.Es ist durchaus möglich das nun Ihre Anschriftsdaten abgefragt werden, schließlich müssen die Briefe mit der Bankdatenänderung an Ihren Telekommunikationsanbieter, Stromanbieter etc. von dem Wechselservice schrifltich mit Ihrer Unterschrift per Post versendet werden.

4.Nun wählen Sie aus welche Lastschrift etc. übernommen werden sollen und klicken bei der jeweiligen Lastschrift z. B. auf den Button benachrichtigen (kann natürlich auch einen anderen Namen haben). Gegebenenfalls können Sie hier noch Ihre Kundennummer oder Vertragsnummer nachtragen und eine virtuelle Unterschrift mit der Maus signieren, die auf dem Brief den der Wechselservice versendet angezeigt wird. Da Briefe immer unterschrieben sein müssen um eine Gültigkeit zu haben. Sobald alles richtig ist können Sie auf versenden klicken (kann natürlich ebenfalls anders heißen) und die Briefe werden vom Fintech verschickt.

5.Sollte eine Lastschrift etc. z. B. nicht angezeigt werden oder die Anschrift des Anbieters Unbekannt sein, so können Sie die Daten selber dort eintragen. Für gewöhnlich haben die Fintechs Adressdaten von Anbietern im mittlerer fünfstelliger Anzahl, aber falls Ihr Arbeitgeber z. B. recht klein ist, dann können Sie die Anschriftsdaten manuell nachtragen und das Fintech Unternehmen übernimmt den Versand.

6.Nachdem Sie dass mit allen Lastschriften, Daueraufträgen und Überweisungen gemacht haben, gibt es oft noch die Möglichkeit eine Kündigung Ihrer alten Bankverbindung zu erstellen. Hier können Sie auch auswählen wo das Restguthaben des Girokontos überwiesen werden soll (neues Girokonto etc.) und zu welchem Zeitpunkt die Kündigung erfolgen soll. Sie haben nun alles erledigt und der Wechselservice ist bei fast alle Banken kostenlos (bis auf die n26 und netbank – bei Banken in meinem Girokonto Vergleich)

Vorteile eines Wechselservices über Fintechs

jaVolle Kontrolle über die Übernahme von Lastschriften, Daueraufträgen und Überweisungen

jaWesentlich schneller als bei einem Wechsel über das Zahlungskontengesetz (kann bis zu 12 Tage dauern) da die Briefe sehr schnell von den Fintechs versandt werden

jaOft wird der Status in der Wechseloberfläche angezeigt ob der Brief zum Beispiel versandt wurde.

ja

dauert nur ca. 10 Minuten je nachdem wie schnell Sie sind

Nachteile eines Wechselservices über Fintechs

Nein

Sollte eine Kontodatenübernahme nicht geklappt haben, dann haften Sie z. B. für Mahngebühren

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Wechselservice laut Zahlungskontengesetz

Seit dem ZKG (Zahlungskontengesetz) sind die Girokonto Anbieter verpflichtet den Kunden einen Wechselservice zu ermöglichen. Bei einem Wechsel nach dem Zahlungskontengesetz werden die Banken verpflichtet die Übernahme der Lastschriften, Daueraufträge und Überweisungen zu übernehmen. Die neue Bank kontaktiert dabei die alte Bank und fragt nach den zu übernehmenden Daten und hat gewisse zeitliche Bestimmungen zu beachten. Wenn Sie diese Art von Wechselservice möchten, dann müssen Sie Ihre Bank damit beauftragen.

1.Die neue Bank hat innerhalb von 2 Geschäftstagen die Pflicht die alte Bank um Ihre Girokontodaten wie Lastschriften, Daueraufträge und Überweisungen zu erfragen. Diese sollen ja auf Ihr neues Girokonto übertragen werden, indem Ihre Zahlungspartner von der Bank über die Bankdatenänderung Ihres Girokontos postalisch benachrichtigt werden.

2.Die alte Bank hat nun 5 Geschäftstage Zeit diese zu ermitteln und der neuen Bank diese Daten zur Verfügung zu stellen.

3.Nun hat die neue Bank ebenfalls 5 Geschäftstage Zeit diese übermittelten Daten zu übertragen oder die Anbieter schriftlich zu informieren (z. B. bei Lastschriften)

Im Gegensatz zu einem Wechselservice über Fintechs haftet Ihre Bank, wenn Fehler geschehen und Mahngebühren etc. anfallen, für die die Bank verantwortlich ist.

Vorteile bei einem Wechselservice nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG)

ja

Sie sparen sich Zeit, da nur eine schriftliche Beauftragung nötig ist

ja

Sollte etwas nicht klappen, dann haftet die Bank bei deren Verstößen

Nachteile bei einem Wechselservice nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG)

Nein

Es kann bis zu 12 Geschäftstage (ca. 2 Wochen) dauern

Nein

Ihre Übersicht ist nicht so komfortabel wie bei einem Wechsel über einen Fintech (einloggen und Status einsehen)

Fazit von Wechselservicen über Fintechs oder über das Zahlungskontengesetz (ZKG)

Beide Arten haben Ihre Vor- und Nachteile. Am empfehlenswertesten ist jedoch meiner Ansicht nach ein Wechsel über Fintechs, da die Briefe schneller versendet werden und ein altes und teures Girokonto sich schneller kündigen lässt. Außerdem hat man selber eine viel bessere Übersicht über die Zahlungsanbieter die man übernehmen möchte und sieht vielleicht einen überteuerten Vertrag, den man kündigen möchte oder eine Versicherung etc. die man vielleicht nicht mehr benötigt und man nur aus Faulheit, dies noch nicht getan hat. Der Nachteil ist das Risiko bei einem nicht angekommenen Brief beim Zahlungsanbieter und der Abbuchung beim alten Girokonto.

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