Girokonten für Privatkunden – Direktbanken und Filialbanken 10/2017

Bei Girokonten für Privatkunden sollte die Kontoführung möglichst niedrig sein oder am Besten gleich kostenlos sein und um diese zu erreichen sollte der Geldeingang entweder niedrig angesetzt sein oder gar nicht vorausgesetzt werden. Eine Kreditkarte sollte ebenfalls enthalten sein sowie der Dispozins im einstelligen Bereich liegen. Die Bargeldabhebung sollte zumindest in Deutschland kostenlos sein, bestenfalls euroweit oder sogar weltweit. Das Startguthaben kann man natürlich auch gerne mitnehmen und ein Wechselservice erspart einem den lästigen Papierkram mit dem Benachrichtigen der Krankenkasse etc. über die neue Kontoverbindung.

AnbieterGeldeingangKontoführungKreditkarteDispozinsenBargeld InlandBargeld AuslandBonus bisWechselserviceZur Bank
0 Eurokostenloskostenlos6,50 %kostenlos (CG)kostenlos weltweit150 Euroja (eigener) + ZKGZum Girokonto  
ING Diba Girokonto0 Eurokostenloskostenlos6,99 %kostenlos (KK)kostenlos (Euro)75 EuroKontowechsel24Zum Girokonto  
0 Eurokostenloskostenlos6,90 %kostenlos (KK)kostenlos weltweit0 EuroFinreachZum Girokonto  
Wüstenrot Girokonto0 Eurokostenloskostenlos im 1 Jahr10,87 %kostenlos (CP + KK)kostenlos (Euro)60 EurofinoZum Girokonto  
Santander 123 Girokonto0 Eurokostenloskostenlos7,49 %kostenlos (CG)1 % min. 5 Euro120 Euro im JahrZKGZum Girokonto  
Norisbank Top Giro0 Eurokostenloskostenlos10,85 %kostenlos (CG)kostenlos weltweit0 EuroZKGZum Girokonto  
1822direkt Girokonto0,01 Eurokostenlos29,90 Euro7,43 %kostenlos (SPK)kostenlos (Euro mit KK)150 Eurofino + ZKGZum Girokonto  
N26 Girokonto0 Eurokostenloskostenlos8,90 %3-5 x kostenlos im Monat (KK) + C26 unbegrenztkostenlos (Euro)0 EuroZKG (kostenpflichtig)Zum Girokonto  
Audi Bank Girokonto1000 Eurokostenloskostenlos8,99 %kostenlos (KK)kostenlos (Euro)0 EurofinoZum Girokonto  
DEGUSSA BANK GIRODIGITAL750 Eurokostenlos64 Euro9,90 %kostenlos (CP)1 % (min 3,95 max. 5 Euro)0 EurofinoZum Girokonto  
Netbank Girokonto400 Euro1 Eurokostenlos im 1 Jahr8,00 %kostenlos (CP)3,50 Euro0 EuroZKG (kostenpflichtig)Zum Girokonto  
POSTBANK GIRO START DIREKT0 Euro1,90 Euro29 Euro10,55 %kostenlos (CG)1 % min. 5,99 Euro100 EuroZKGZum Girokonto  

Erklärung Geldautomatensysteme (Bargeldauszahlung in Deutschland)

KK = Kreditkarte -> Kostenlose Auszahlung an über 50.000 Geldautomaten in Deutschland
SPK = Sparkasse -> Kostenlose Auszahlung bei Sparkassen an über 25.000 Geldautomaten
CG = Cash Group -> Kostenlose Auszahlung bei der Commerzbank, Deutschen Bank, HypoVereinsbank und Postbank an über 9.000 Geldautomaten
C26 = Cash26 -> kostenlose Auszahlung bei Cash26 Partnern (Rewe, Real, Penny, Budni, dm, mobilcom debitel …)
CP = Cash Pool -> Kostenlose Auszahlung u. a. bei der Santander Bank, Sparda Banken und Targobanken an über 3.000 Geldautomaten

Girokonten für Privatkunden – Dies ist zu beachten

Geldeingang: Es gibt 3 Arten von Geldeingang bei Girokonten. Es gibt Direktbanken die keinen Geldeingang benötigen, damit das Girokonto kostenlos bleibt. Dann gibt es die 1822direkt, die lediglich eine Transaktion mit einem Mindestwert von 1 Cent benötigt, damit das Girokonto keine Kontoführungsgebühren aufweist. Dies gilt um sicherzustellen, dass das Girokonto aktiv genutzt wird und keine Kaderleichen finanziert werden müssen. Dann gibt es noch Banken die mehrere hundert oder mehrere tausend Euro benötigen, damit für das Girokonto keine Kontoführungsgebühren berechnet werden.

Fazit:  Nach Möglichkeit sollte kein Geldeingang benötigt werden oder nur ein geringer und dieser sollte von einem selber auch einfach erfüllt werden können, damit man sich die Kontoführungsgebühren spart.

Kontoführung: Bei der Kontoführung ist in der Tabelle immer der niedrigste Wert aufgelistet, der gültig ist solange der Mindestgeldeingang erreicht wird. Da im Gegensatz zum kostenlosen Girokonten Vergleich auch kostenpflichtige Girokonten aufgelistet werden. Dies sieht man an der Netbank und an der Postbank, die kostenpflichtige Girokonten anbieten.

Fazit: Kontoführungsgebühren lassen sich eigentlich nur noch bei Filialbanken rechtfertigen und selbst diese sollten möglichst niedrig sein. Wenn man allerdings alles sowieso per Online Banking ausführt, dann ist ein kostenloses Girokonto einer Direktbank die bessere Wahl.

Kreditkarte: Die Kreditkarte ist bei Online Bestellungen, Mietwagenmietungen und vielen anderen Bestellungen einfach nicht mehr weg zu denken. Diese wird bei vielen Direktbanken in kostenlosen Girokonten Angeboten einfach mit angeboten. Oft muss man keine Jahresgebühren für die Kreditkarte zahlen, da dies der Girokonto Anbieter übernimmt. Es gibt aber auch durchaus Banken, die die Kreditkarte nur im 1 Jahr kostenlos anbieten und dann muss ein Mindestumsatz mit dieser erreicht werden, damit diese kostenlos bleibt. Wenigen Banken verlangen Jahresgebühren ohne jegliche Möglichkeit diese kostenlos zu bekommen. In diesem Fall hilft eine kostenlose Kreditkarte einer anderen Bank.

Fazit: Die beste Wahl wäre ein Girokonto mit einer kostenlosen Kreditkarte ohne Bedingungen, die erreicht werden müssen, damit die Jahresgebühr entfällt. Sollte die Jahresgebühr anfallen, dann sollte auf die Möglichkeiten geachtet werden, die benötigt werden um diese Jahresgebühr zu vermieden und ob man diese erreichen kann. Im Zweifel ein Girokonto mit einer kostenlosen Kreditkarte wählen oder sich die kostenlose Kreditkarte der Hanseatic Bank aussuchen.

Dispozinsen: Die Dispozinsen werden täglich für den überzogenen Betrag anhand des Dispozinssatzes berechnet und am Montagsende in der Regel in Rechnung gestellt. Bei einem im Jahresdurchschnitt von 100 Euro überzogenem Betrag macht dieser bei 6,5 % lediglich 6,50 Euro an Zinsen aus und bei 10 % sind es dann gerade einmal 10 Euro. Der Unterschied wäre in diesem Fall bei 3,50 Euro. Deshalb sollte bei einem vorsichtigem Nutzen des Dispos der Dispozinssatz vernachlässigt werden. Je tiefer der Dispozinssatz ist desto besser, aber so wichtig ist dieser allerdings bei der Girokontoauswahl auch nicht.

Fazit: Möglichst einen niedrigen Dispozinssatz wählen, aber es gibt wichtigere Girokontokosten wie die Kontoführungsgebühr, Kreditkartengebühren, die oft höhere Kosten verursachen können.

Bargeldauszahlung Inland: Es gibt in Deutschland 4 verschiedene Geldautomatensysteme. Der größte gehört der Sparkassen gefolgt von den Volks- und Raiffeisenbanken. Den 3 Platz belegt die Cash Group (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank) mit 9.000 Geldautomaten und Schlusslicht ist CashPool (Targobank, Santander und Sparda-Banken unter anderem) mit ca. 3.000 Geldautomaten. Mit Abstand die beste Wahl ist jedoch eine kostenlose Auszahlung mit der Kreditkarte an allen Geldautomaten mit VISA Logo, die viele Banken anbieten, denn dann stehen einem über 50.000 Geldautomaten zur Verfügung.

Fazit: Eine kostenlose Auszahlung mit der VISA Card, die viele Banken anbieten ist mit Abstand die beste gefolgt vom Sparkassen Verbund. Danach folgt das Raiffeisen und Volksbanken Verbund und die Cash Group. Schlusslicht ist die CashPool mit ca. 3.000 Geldautomaten.

Bargeldauszahlung Ausland: Bei der Bargeldauszahlung im Ausland sollte beachtet werden, dass es Banken gibt, die eine Auszahlung weltweit sowie euroweit kostenlos anbieten. Ebenfalls gibt es Banken, die eine kostenlose Bargeldauszahlung nur bei Partnerbanken ermöglichen sowie Banken die nur reine kostenpflichtige Auszahlungen ermöglichen.

Fazit: In der Tabelle finden Sie eine Übersicht über die Girokonten und der Auszahlungsgebühren im Ausland. Am besten wäre eine kostenlose Auszahlung weltweit aber zumindest sollte diese in der Eurozone möglich sein. Falls man eher nicht verreist, dann reicht eine Auszahlung bei Partnerbanken oder eine reine kostenpflichtige Bargeldauszahlung.

Startguthaben: Das Startguthaben bei Girokonten ist eine gute Möglichkeit für Girokonto Anbieter um Neukunden langfristig an sich zu werben, da diese oft an Bedingungen geknüpft sind wie das Nutzen des Wechselservices oder an eine bestimmte Anzahl an Transaktionen im Monat oder einen monatlichen Geldeingang, damit auch sichergestellt wird, dass wirklich aktive Kunden geworben werden. Aktive Girokonto Kunden schließen auch öfters einen Kredit oder nutzen andere Leistungen der Banken, bei denen Sie ihr Girokonto haben und langfristig lohnt sich also auch das investierte Geld der Bank.

Fazit: Das Startguthaben sollte nicht das wichtigste Kriterium bei der Auswahl des passenden Girokontos sein. Viel wichtiger sind die langfristigen Kosten wie die Kontoführungsgebühren, Auszahlungsgebühren oder Kreditkartengebühren. Jedoch kann man bei der richtigen Auswahl des Girokontos gerne das Startguthaben mitnehmen, falls alle anderen Kriterien erfüllt werden.

Wechselservice: Ein Wechselservice soll die Übernahme der Daueraufträge, Lastschriften und Geldeingänge erleichtern bzw. komplett erledigen. Hierfür greifen die Girokonto Anbieter auf die Lösung von Fintechunternehmen wie fino, finreach oder Kontowechsel24 die einem die Arbeit übernehmen. Dafür loggen Sie sich auf deren Wechsel Oberfläche einfach mit ihren alten Online Banking Kontodaten ein und per Schnittstelle werden die Anbieter ermittelt und Ihnen angezeigt. Daraufhin können Sie die zu übernehmenden Anbieter einfach auswählen und diese werden von den Fintechs schriftlich über Ihre Kontoänderung benachrichtigt. Außerdem gibt es noch den Wechsel aufgrund des Zahlungskontogesetzes (ZKG). Hier klären die Banken innerhalb von vorgeschriebenen Fristen alles unter sich und die Transaktionen werden übernommen. Hier brauchen Sie sich nach der Genehmigung um nichts mehr zu kümmern.

Fazit: Bei einem Wechsel über das Zahlungskontogesetz (ZKG) ist Ihr Aufwand geringer aber dieser dauert länger. Bei einem Wechsel über ein Fintech ist ihr Aufwand etwas größer, dafür geht dieser schneller von statten und Sie haben eine bessere Übersicht. Nur 2 Banken bieten diesen Service kostenpflichtig an alle anderen sind kostenlos nutzbar und die Bank übernimmt diese Kosten.

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